Was ist Weißgold?
Weißgold ist eine Legierung aus Gold und anderen Metallen, die ihm seine helle Farbe verleihen. Reines Gold ist von Natur aus gelb und sehr weich, weshalb es schwierig wäre, daraus Schmuck herzustellen. Durch die Zugabe anderer Metalle verbessern sich seine Eigenschaften deutlich – Gold wird härter, haltbarer und kann zudem verschiedene Farbtöne annehmen.
Genau durch diese verschiedenen Beimischungen entstehen unterschiedliche Goldfarben:
- Gelbgold – klassische Legierung aus Gold, Silber und Kupfer
- Roségold – enthält einen höheren Kupferanteil
- Weißgold – enthält Metalle mit hellem Farbton
Zu den typischen Bestandteilen von Weißgold gehören zum Beispiel:
- Palladium
- Nickel
- Silber
- Zink
Diese Metalle neutralisieren den gelben Farbton des Goldes und erzeugen einen hellgrauen bis weißlichen Farbton, der Platin ähnelt.
Woraus besteht Weißgold und wie wird es hergestellt?
Wenn Sie sich fragen, woraus Weißgold besteht oder wie Weißgold hergestellt wird, handelt es sich um eine Kombination aus Metallurgie und traditioneller Goldschmiedekunst.
1. Herstellung der Legierung
Die Grundlage bildet Feingold, das mit weiteren Metallen vermischt wird. Das Verhältnis der einzelnen Metalle bestimmt nicht nur die Farbe, sondern auch die Härte und den Preis des fertigen Schmuckstücks.
Beispiele:
- 18 Karat Weißgold (750) enthält etwa 75 % Gold und 25 % weitere Metalle
- 14 Karat Weißgold (585) besteht aus 58,5 % Gold, der Rest sind Legierungsbestandteile
Gerade 585 Gold zählt zu den beliebtesten Legierungen für Schmuckstücke.
2. Formgebung des Schmuckstücks
Aus der Legierung entsteht anschließend das fertige Schmuckstück – ein Weißgoldring, Weißgoldohrringe, ein feines Armband aus Weißgold oder eine Weißgoldkette.
3. Rhodinierung
Damit Weißgold seinen besonders hellen Farbton erhält, wird es häufig mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen. Dieses Edelmetall:
- verleiht dem Schmuck einen klaren, strahlend weißen Glanz,
- erhöht die Kratzfestigkeit,
- schützt die Oberfläche des Schmuckstücks.
Die Rhodiumschicht ist heute ein gängiger Bestandteil bei der Herstellung von Weißgoldschmuck.
Geschichte des Weißgoldes
Weißgold tauchte bereits im 19. Jahrhundert auf, wurde jedoch erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts häufiger verwendet. Große Beliebtheit erlangte es vor allem in der Art‑Deco‑Epoche, in der helle, moderne Metalle sehr im Trend lagen.
Ein weiterer Grund für seine Verbreitung war der Versuch, Platin zu ersetzen – ein Metall, das teuer war und in manchen Zeitperioden sogar schwer erhältlich. Weißgold bot daher eine ähnlich elegante Optik, jedoch zu einem deutlich erschwinglicheren Preis.
Woran erkennt man Weißgold?
Wenn Sie sich beim Material eines Schmuckstücks nicht sicher sind, gibt es mehrere Möglichkeiten, Weißgold zu erkennen.
Punzierung von Weißgold
Das zuverlässigste Merkmal ist die Weißgold‑Punze – eine eingravierte Markierung, die die Reinheit des Schmuckstücks bestätigt.
Die häufigsten Punzen:
- 585 – 14 Karat Gold
- 750 – 18 Karat Gold
- 375 oder 333 – niedrigere Reinheit
Goldschmuck muss vom Punzamt untersucht werden, das seine Zusammensetzung und Echtheit bestätigt.
Gewicht und Gefühl in der Hand
Gold ist ein relativ schweres Metall. Vergleicht man ein ähnliches Schmuckstück aus Silber und Weißgold, ist das Stück aus Gold deutlich schwerer.
Farbe und Glanz
Weißgold hat einen sehr feinen, kühlen Farbton und dank der Rhodiumschicht einen charakteristisch starken Glanz.
Warum verfärbt sich Weißgold manchmal gelb?
Wenn Ihr Schmuckstück einen leicht gelblichen Schimmer zeigt, bedeutet das in den meisten Fällen keine Beschädigung.
Der Grund dafür ist der Verschleiß der Rhodiumschicht, durch den nach und nach der natürliche Farbton der Legierung sichtbar wird. Rhodium kann sich zum Beispiel abnutzen durch:
- mechanische Reibung
- Kontakt mit Kosmetika
- Parfüm
- Chlor oder Salzwasser
Die Lösung ist eine einfache erneute Rhodinierung, die dem Schmuck seinen ursprünglichen weißen Glanz zurückgibt.
Wie kann man Weißgold reinigen?
Wenn Sie Ihrem Schmuck neuen Glanz verleihen möchten, können Sie eine einfache Reinigung zu Hause ausprobieren.
Sie benötigen:
- lauwarmes Wasser
- einen Tropfen mildes Spülmittel
- eine weiche Bürste
- ein weiches Tuch
Vorgehensweise:
- Legen Sie das Schmuckstück für einige Minuten in die Seifenlösung.
- Reinigen Sie es anschließend vorsichtig mit der Bürste.
- Spülen Sie es mit klarem Wasser ab.
- Polieren Sie es mit einem weichen Tuch trocken.
Diese Methode entfernt Fett sowie alltägliche Verschmutzungen zuverlässig.
Warum ist Weißgold so beliebt?
Weißgold ist heute ein Symbol moderner Eleganz und zählt zu den begehrtesten Materialien für Schmuck.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören:
-
luxuriöses, platinähnliches Aussehen
-
hoher Widerstand
-
universelle Farbe
-
perfekte Hervorhebung von Diamanten und Edelsteinen
Deshalb ist Weißgold eines der gebräuchlichsten Materialien für Verlobungs- und Eheringe.

















































































